Der Luy Thay Wall in Quang Binh

Sowohl auf Grund seiner eindrucksvollen, gebieterischen Präsenz als auch auf Grund seiner langen und fortwährenden Vergangenheit, bleibt die Luy Thay- (Hauptwall-) Anlage im Norden Zentralvietnams in der Provinz Quang Binh eine der wichtigsten Attraktionen in diesem Teil Vietnams. Die lange Geschichte des Walls reicht 400 Jahre zurück und schließt unter anderem einen 50-jährigen Bürgerkrieg zwischen der Trinh und der Nguyen Familie ein, zwei Hochburgen der Macht, die zwischen 1558 und 1777 den Norden beziehungsweise den Süden des Landes regierten.

 

Diese riesige Anlage ist 34 Kilometer lang und besteht aus drei Wällen, dem Truong Duc, dem Tran Ninh (oder Dau Mau) und dem Truong Sa, die im Jahr 1630 unter der Herrschaft von Dao Duy Tu (1572-1634) erbaut wurden. Dao Duy Tu war ein berühmter und hochrangiger Mandarin (Verwaltungsbeamter) der Nguyen Lords. Es dauerte vier Jahre um die Anlage zu vollenden. Hergestellt aus geschichtetem Ton und Steinen​​ ist der Wall sechs Meter hoch und an einigen Stellen - am Boden gemessen - sechs Meter breit und sollte zu einem besseren Verteidigungssystem der Hauptstadt führen. Die Anlage stellt eine der größten Wälle der feudalen Dynastien in Vietnam dar. Der 12 Kilometer lange Tran Ninh Wall ist einer der wenigen heutigen Überreste der Luy Thay Anlage.

 

Ein weiterer Abschnitt, der erhalten geblieben ist und somit besichtigt werden kann, befindet sich im Zentrum der Stadt Dong Hoi und wird durch Quang Binh Quan markiert, einem der drei Tore, das entlang des Truong Sa Schutzwalls erbaut wurde. Das Tor in der Tran Phu Straße wurde zunächst im Jahre 1825 auf Veranlassung von Kaiser Minh Mang, dem zweiten Herrscher der Nguyen-Dynastie (1802-1945), mit Steinen verstärkt. Es wurde dann nochmals im Jahr 1961 restauriert, aber die Bomben, die das Tor während des USA-Vietnam-Konflikts trafen, zerstörten große Teile dieser Arbeit.

 

Das beeindruckende Verteidigungssystem, das einst große Dynastien schützte, mag heutzutage äußerlich zerbröckelt sein, aber sein Charakter und seine Stärke sind immer noch unverkennbar. Leider ebenso unverkennbar sind die Spuren und Erinnerungen an den Krieg, die tief in jeder Schicht des Tons eingemeißelt sind. Erst 1994 wurde der Abschnitt Quang Binh Quan von den Behörden restauriert. Es ist heute 8,4 Meter lang und zwei Meter hoch und wurde als nationales Kulturerbe anerkannt.