27.03.2010

Die Legende des himmlischen Königs von Phù Đổng (Phù Đổng Thiên Vương)

Während der Herrschaft König Hung VI. wurde das Land von einer starken Armee aus dem Norden verwüstet. Die Armee von Ân hatte Van Lang erobert, viele Häuser in Brand gesteckt und besetzte nun Dorf um Dorf. Während die Schreie unschuldiger Frauen und Kinder  sich mit den Klängen der Kriegstrommeln verbanden und die Luft erfüllten sandte der König Boten in jeden Winkel Vietnams, um jemanden zu finden, der das Königreich retten könnte.

 

In der Siedlung Phù Đổng lebte ein Paar, das bereits seit langem verheiratet, jedoch nicht mit Kindern gesegnet war. Eines Nachmittags entdeckte die Frau, als sie von der Arbeit auf den Feldern heim kam, ungewöhnlich große Fußabdrücke auf der Erde. Von der Größe beeindruckt setzte sie ihren Fuß hinein und fühlte, wie sie von einem seltsamen Windhauch erfasst wurde. Die Frau ging nach Hause und vergaß den Vorfall - bis sie nach Wochen feststellte, dass sie schwanger war. Glücklich über die gute Nachricht bangten sie in freudiger Erwartung, bis das Kind schließlich geboren war. Bald schon wurde ein Junge geboren, den sie Gióng nannte. Drei Jahre vergingen. Doch der kleine Junge stand nicht auf und hatte nicht ein einzelnes Wort gebrabbelt.

 

Eines Tages erreichten die Boten des Königs das Dorf Phù Đổng. Gerade als die Gesandtschaft zu vernehmen war wurde das Paar überrascht: Gióng stand urplötzlich auf und sagte seinen Eltern, sie sollten die Männer des Königs in ihr Haus einladen. Als der Bote schließlich im inneren des Hauses war sagte ihm Gióng, er solle zu seinem König zurückkehren und ihm sagen, dass Gióng ein eisernes Pferd, eine Rüstung und einen eisernen Stab benötige, um die Invasoren zu schlagen. Als der König davon erfuhr, was sich in dem kleinen Dörfchen abgespielt hatte und von der Geschichte des Jungen gewahr wurde befahl er den besten Schmieden des Königreichs Tag und Nacht zu arbeiten, um den Wunsch des Jungen zu erfüllen.

 

Derweil die Schmelzöfen brannten stellten die Leute in Gióngs Dorf fest, dass der Junge mehr und mehr aß, während er in gleichem Maße wuchs. Nach einiger Zeit kehrten die Boten zurück nach Phù Đổng und brachten dem Jungen, was er verlangt hatte. Gióng stand auf, zog die Rüstung an, nahm den Stab an sich und stieg schnell auf das Pferd. Doch erstaunlicherweise fingen er, das Pferd und die Waffen an zu wachsen und wurden größer und größer, bis er schließlich ein mächtiger Riese war. Sein Pferd brüllte laut wie der Donner und atmete Flammen aus den Nüstern.

 

Auf seinem Pferd kam Gióng schnell zur Armee der Ân und erschlug mit dem eisernen Stab jeden den er erreichen konnte, während sein Pferd die übrigen mit seinem feurigen Atem zu Asche verbrannte. Als sein Stab schließlich barst bewies Gióng seine Tapferkeit und hörte niemals auf für das Königreich zu kämpfen. Er benutzte Bambusbäume, die er ausriss, als Waffen gegen die nun eingeschüchterte Armee der Ân und kämpfte, bis auch der letzte von ihnen besiegt war.

 

Von diesem Anblick erfreut hießen ihn die Dorfbewohner willkommen und riefen seinen Namen laut aus, als er seinen Weg zu den Soc Son Bergen aufnahm: Gióng! Dann sahen die Dorfbewohner, wie er seine Rüstung ablegte und gemeinsam mit seinem Pferd zum Himmel emporstieg, bis er verschwand. Um seinen Heldenmut zu ehren und als Dank für die Errettung des Königreichs wurde auf Befehl des Königs in der Nähe ein Tempel eingerichtet. Seither ist er als der himmlische König von Phù Đổng (Phù Đổng Thiên Vương) bekannt. Diesem tapferen Helden wird jährlich mit einem Festival gedacht.