02.01.2014

Neujahr in Vietnam – Traditionen und Gebräuche

In der bereits interessanten und vielfältigen Kultur Vietnams gibt es viele Neujahrs-Traditionen und Gebräuche. Eine dieser Traditionen ist „Xong Dat“ – was soviel wie „Erster Besuch des Landes“ bedeutet und  die „Liebe zur Muttererde“ zum Ausdruck bringt. Dieser Brauch ist sehr wichtig für die vietnamesische Kultur, da ein Großteil der Wirtschaft des Landes von Landwirtschaft und Ackerbau abhängig ist.

 

Dem Historiker Le Van Lan zufolge beruht der Brauch „Xong Dat“ auf dem Glauben, Glück für Haus und Familie zu ernten, wenn man es auf gutem Boden erbaut. Van Lan wies auch ausdrücklich darauf hin, dass Liebe zur Muttererde ein „heilige Verbindung ist“.

 

So ist der erste Besucher im neuen Jahr sehr bedeutsam für das besuchte Stück Land oder Haus und wird als derjenige angesehen, der das Glück für das kommende Jahr bestimmt.  Der erste Besucher im neuen Jahr sollte eine reine Seele haben und aufrichtig sein um Glück für das neue Jahr zu bringen. So handelt es sich beim ersten Besucher meist um einen Verwandten oder engen Freund der Familie.

 

Ein weiterer unverzichtbarer Brauch während des Neujahrsfestes oder Tet Festival sind Geldspenden. Geldspenden sollen zu wunderbaren Ereignissen in der Zukunft führen. Ältere Menschen – Großväter und Großmütter – gratulieren den Kindern ein Jahr älter geworden zu sein und reichen ihnen kleine, hübsche rote Umschläge, die Geld enthalten und dafür stehen Glück und Vermögen für die Zukunft bringen. Diese Tradition ist relativ neu und nicht so bedeutend, verglichen mit den anderen  - aber viele Vietnamesen halten sich trotzdem an diesem Brauch fest, in der Hoffnung auf „Weiterentwicklung und erfolgreiches  Lernen“.

 

Eine weitere uralte Tradition des vietnamesischen Volkes während des Neujahrsfestes sind Besuche  von Pagoden und Tempeln. Viele Menschen unternehmen in dieser Zeit Pilgerfahrten zu den Tay Ho oder Tran Quoc Pagoden oder besuchen die Tempel Ngoc Son oder Quan Thanh. Die Tay Ho Pagode ist die beliebteste von allen und hat während der Tet Feiertage tausende, sowohl einheimische als auch ausländische Besucher.

 

Die erste Hälfte des ersten Mondmonats ist die beste Zeit für eine Pilgerfahrt, da zu dieser Jahreszeit der Frühling beginnt. So zieht es in dieser wunderschönen Zeit tausende gläubige Menschen zu den heiligen Pagoden und Tempeln. Verkäufer errichten ihre Stände in der Nähe von Pilgerstätten, in der Hoffnung die Besucher mit ihren bunten Waren anzulocken – so ist diese Zeit auch eine gute Zeit fürs  Geschäft.