03.03.2010

Festival der Huong Pagode

Jedes Jahr, wenn der Frühling kommt, reisen Millionen von Menschen aus ganz Vietnam nach Hanoi um an dem ausgeklügeltsten Festival des Landes Teilzunehmen, mit dem das neue Mondjahr willkommen geheißen wird. Traditionell wird dieses Fest vom 6. Tag des ersten Monats bis zum Ende des dritten Monats in Referenz zum vietnamesischen Mondkalender. 2010 wurde das Fest offiziell am 19. Februar eröffnet, bei vorzüglichem Wetter. Nach Vietnamesischer Weisheit bringt einem eine Pilgerreise zur Huong Pagode Gesundheit, Wohlstand, Glück und Fröhlichkeit ein.

 

Eine bunte Mischung von über 600.000 Pilgern und Touristen strömte alleine am ersten Tag in den Tempel. Als das bekanntermaßen längste und größte Festival in Vietnam erreichte es seinen Höhepunkt erst am 15. des zweiten Mondmonats und ging auch dann noch bis zum 20. weiter.

 

Aus einer Reihe von Tempeln und Schreinen bestehend bewahrt Chùa Hương, oder auch die Parfümpagode, eine lange Geschichte vietnamesischer Literatur, während sie außerdem eine der beliebtesten religiösen Stätten des Landes ist. Dieses Heiligtum liegt in der Ha Tay province, 70 km südwestlich von Hanoi, das Reisende normalerweise bereits Stunden kosten würde, um alleine zum Pier zu gelangen. Doch auch wenn der Fuß des Pagodenkomplexes mit dem Straße vom Pier aus erreichbar ist bevorzugen viele die kleinen Ruderboote, um den Yen Vi Fluss für etwa VND55000 zu überqueren, da man auf diesem Flug eine romantische Atmosphäre gepaart mit unglaublichen Szenerien genießen kann, die sich vor einem ausbreitet, während man dabei etwa 45 Minuten aufwendet. 2010 waren den Mönchen, Buddhisten und Gästen des Huong Pagoda Festivals über 4.600 Boote dienstbar. Das Organisationsteam hatte Fremden größere Wichtigkeit zukommen lassen, da diese besser ausgebaute Boote forderten. Außerdem gibt es seither zusätzliche Boote mit Künstlern, die Liebesduette (Quan Ho) aufführen.

 

Eine symbolische Tradition während der Bootsfahrt ist der kurze Stop am Den Trinh (dem Registrierungs-Schrein) damit sich Gäste anmelden und ihre Intentionen angeben können. Zudem gibt es gleich mehrere wundervolle Sehenswürdigkeiten in direkter Nähe zur Pagode: Die Pagoden Hinh Bồng, Giải Oan und Thanh Sơn, sowie Long Vân, Cây Khế, Tuyết Sơn und den Mẫu Mẹ Tempel, um nur einige zu nennen. Auf der Gesamtreise ist auch die Thiên Trù Pagode und die Hương Tích Höhle erreichbar.

 

Der Thiên Trù Tempel ("die himmlische Küche"), der 2. Stop auf der Bootstour, wird als der äußere Tempel betrachtet und ist im 18. Jahrhundert erbaut worden. Seine Sockel sind derart gefertigt, dass man an schwer beschäftigte Köche denken muss, die in der Küche arbeiten. Der Tempel ist auch für einen Granitmonolithen bekannt, der Thuy Tien genannt wird.

 

Zu seiner Rechten befindet sich eine weitere beliebte Sehenswürdigkeit: Die Tien Son Grotte, die für seine 5 Granitstatuen, sowie verschiedenste Formationen an seinen Felswänden bekannt ist. Manche Formationen geben ähnliche Geräusche von sich wie manche Percussion, wenn man sie schlägt: Die des vietnamesischen Musikinstrumentes "Khanh", während die meisten von ihnen eher wie Glocken klingen.

 

Der Abstecher erweitert sich weiterhin über Dong Huong Tich (dem Inneren Tempel), wo Pilger über hunderte Steinstufen klettern, während sie sich hin und wieder ausruhen, um die Aussicht zu genießen, inmitten Ortsansässiger Bauern. Da der Tempel tief in der Grotte liegt müssen Gäste über weitere 120 Stufen hinabsteigen, um schließlich in der Huong Tich Grotte anzukommen, was wörtlich "Spuren von Parfüm" bedeutet, wo man durch ein großes Eingangstor in die riesige Grotte gelangt.

 

Das Tor erscheint wie der riesige Schlund eines Drachen, in den oben fünf chinesische Buchstaben in den Granit eingraviert sind: Nam Thien De Nhat Dong ("die schönste Höhle im Süden"), diese Zeichen sollen von Vietnams Herrscher Trinh Sam (1767-1782) stammen. Da nicht alle Gäste den "Aufstieg" durchhalten wurden in den letzten Jahren Seilbahnsysteme eingerichtet. Ein Ticket für eine Richtung kostet VND30.000, deshalb fahren viele Leute hoch und laufen dann herunter, um die Aussicht zu genießen.

 

Eine Vitrine buddhistischer Antiquitäten und Ölgemälde wird zu Beginn des Festivals vorgeführt. Thich Minh Hien, der Obermönch, glaubt, dies sei die größte Bekundung vietnamesischen Buddhismus. Das Festival ging 2010 bis zum 28. April und beinhaltete verschiedenste kulturelle Aktivitäten, Volksspiele und traditionelle rituale. Über all diesem waren über 500 lotusförmige Lampen auf dem Yen Strom zu bewundern, um in der Buddhismuswoche Hanois tausendsten Jahrtag zu feiern.

 

Das Huong Pagoda Festival ist eine unglaubliche Kombination von Romanze, Anerkennung der Natur und Hingebung an Buddha. Der Bootsausflug, die Besichtigungen, das Bergsteigen, der Höhlenbesuch und die religiösen Zeremonien verbinden sich in einer einzigen erinnerungswürdigen Feier, was diese von anderen Festivals des Landes unterscheidet.

 

Die außerordentliche Schönheit und die ungemein ausnehmende Landschaft sind ein lebender Zeuge, dass die buddhistische Architektur mit der Natur harmonisiert, was Touristen eine Möglichkeit zum Ausruhen und Genießen gibt, obwohl das Festival voller Energie und Lärm um einen tobt. Das Huong Pagoda Festival ist in der Tat derart beliebt, dass es von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt wurde.