11.04.2012

Das Ada-Festival

Die ethnische Minderheitengruppe der Pa Co in Vietnam halten nach der Ernte das Ada-Festival ab, um dem Himmel zu danken und sich auf die nächste Saat vorzubereiten.

 

Der Dorfälteste Le Hong Chien aus der Kommune Hang Van im Distrikt A Luoi in der Provinz Thua Thien-Hue vergleicht das Ada-Festival stolz mit dem Neujahrsfest Tet der Vietnamesen.

 

Zunächst treffen sich der Häuptling und die Ältesten des Dorfes im Gemeindehaus und bereiten ein Gefäß mit Can-Wein vor (fermentierter Reiswein, der aus dem Gefäß mit Hilfe von Bambusstängeln getrunken wird) und beschließen, dass eine Woche später das Ada-Fest beginnen soll.

 

Bei diesem Treffen wird auch entschieden, ob das Fest groß oder klein sein wird. Die Pa Co werden einen Büffel schlachten und ein großes Festival abhalten, falls die Ernte gut war. Ansonsten werden stattdessen eine Ziege und ein Schwein geschlachtet, um dem Himmel dafür zu danken, was die Felder eingebracht haben.

 

"Das Adafestival findet statt, um die Ernte zu feiern und eine weitere gute Ernte zu erbitten," erklärt der Dorfälteste Le Hong Chien, "man dankt dem Himmel und ehrt den Reis-Gott und andere Fruchtbarkeitsgötter des Flusses, des Stromes, der Berge oder des Waldes."

 

Moong ist die Haupthalle im traditionellen Kommunalhaus der Pa Co, die zum Sitzen und zur Gottesverehrung genutzt wird. Der Häuptling des Dorfes versammelt alle Familien und deren Pflanzen in der Halle. Dem Glauben der Pa Co zufolge hat jede Pflanze eine Seele und deshalb lädt man die Seelen der Ernte ein, um die Opfergaben zu empfangen.

 

Viele Opfer werden vorbereitet. Wärhend eines großen Ada-Festivals wird die Opferschale mit den besten Teilen des Büffels ausgestattet. Bei einem kleinen wird lediglich ein Schwein, eine Ziege oder ein Klebreiskuchen, sowie ein Gefäß Wein von den Dorfältesten vorbereitet.

 

Bevor die Verehrungszeremonie beginnt, bereitet jede Familie eine gute Mischung Hühnchenfleisch vor, um einen neuen Sinn für Harmonie und Gleichheit in der Gemeinschaft zu erzeugen.

 

Danach wird die Opferschale in den Vorgarten gestellt, um die Götter der Erde, des Reises und der Pflanzen zu ehren und um eine gute nächste Ernte zu erbitten.

Das Hühnchenfleisch, bestehend aus drei Teilen, zunächst für den Häuptling und die Dorfältesten, dann für Männer und dann noch für Frauen und Kinder, muss aufgegessen werden, um die Götter zu beschwichtigen, die das Mahl bezeugen.

 

Ein wichtiges Ritual wird erst später abgehalten. Dann steht der Häuptling im Haupttor des Gemeindehauses und kräht drei Mal, um den Segen der Götter des Flusses, der Ströme und der Wälder zu erbitten.

 

Nach dem Ritual besuchen der Häuptling und die Ältesten jede Familie, um ihnen eine weitere gute Ernte zu wünschen.