Kultur

Vietnam ist ein Vielvölkerstaat, der heute aber kaum noch aus mehreren Völkern besteht. Durch die interkulturellen Verbindungen der verschiedenen Vorfahren der Vietnamesen ist eine breitgefächerte, abwechslungsreiche Kultur entstanden, deren roter Leitfaden kaum zu erkennen ist. Dafür ist er - oder sind sie - viel zu diffizil und mannigfaltig - denn es gibt viele Wege zum Ziel.

Wichtig ist vor allem, dass es in Vietnam keine staatlich festgelegte "richtige" Religion gibt. Überhaupt wird Religion hier ehr polytheistisch praktiziert. Für den Laien ist es beispielsweise kein Widerspruch sowohl Buddhas und als auch Konfuzius Lehren zu befolgen, während man zusätzlich einen Ahnenaltar zu Hause hat.

Entstanden ist diese facettenreiche Mischkultur über viele Jahrtausende und war vielen Einflüssen ausgeliefert. Die Schlüsselposition des Landes zwischen Indonesien und dem asiatischen Festland, sowie zwischen Zentren verschiedener Hochkulturen, führte zu verstärktem Handel und Verkehr mit fremden Völkern und förderte damit die genetische Durchmischung der verschiedenen Völker.

Den ältesten bekannten Quellen zu Folge vermischten sich zunächst die am Delta des roten Flusses ansässigen Lac, Muong und Hung mit chinesischen Auswanderern, die das Land eroberten. Im Laufe der Zeit und der Südexpansion Vietnams kamen noch Khmer- und Chamwurzeln hinzu. All diese Vorfahren sind vor allem in Mythen und Legenden wiederzufinden.

Über die Zeit hat das Volk mehr und mehr religiöse Gebräuche verschiedener Kulturen in ihr Gesamtsystem aufgenommen, wodurch ein religiöser Vietnamese heute meist sowohl Buddhas Lehren folgt, konfuzianistische Werte kennt und seine Ahnen nach animistischer Lehre an Altären verehrt, während man außerdem die Möglichkeit hat, Hindugottheiten zu huldigen.

Von den verschiedenen "westlichen" Besatzungen blieb die Kultur auch nicht unberührt. In Vietnam gibt es herrlichstes französisches Weißbrot, Leberpastete, Kuchen und noch vieles mehr. Das Christentum und der Islam haben Zugang gefunden und die ruhigen bis schrillen Klänge klassischer vietnamesischer Musik mit traditionellen Instrumenten ist an vielen Stellen modernen westlichen Sounds und Instrumenten gewichen.

Was geblieben ist: Das Potential des vietnamesischen Volkes alles wie ein Schwamm zu absorbieren, das nützlich oder praktisch sein kann. Es gibt nur weniges, das auf Grund von festgefahrenen Werten grundsätzlich nicht möglich ist.

Durch die kulturelle Vielfalt ist natürlich auch die kulinarische gegeben. So hat der Vietnamese auch gelernt, dass es kaum etwas gibt, das man nicht essen kann, denn der Speiseplan ist beliebig erweiterbar. Entsprechend der Region in der man sich befindet kann die Auswahl an Essbarem sehr variieren. Das bedeutet außer tollen kulinarischen Erfahrungen aber auch, dass einem nicht jedes Gericht gefallen wird.

Interessant ist auch, dass die Vietnamesen zwar eine gemeinsame Sprache haben, die sie als Volk eint, aber auch anhand der Sprache genau sagen können, aus welcher Stadt in Vietnam der Gesprächspartner oder die Gesprächspartnerin stammt, auch wenn die Orte geographisch kaum voneinander entfernt sind.

Doch trotz dieser Durchmischung ist Vietnam noch immer ein Vielvölkerstaat, denn es existieren noch immer verschiedenste Volksgruppen, deren Integrationsprozess entweder nicht abgeschlossen ist oder die sich nicht absorbieren lassen wollen, um ihre eigenen Traditionen und Wurzeln zu pflegen. Hier von Minderheiten zu sprechen ist nicht ganz richtig, da es sich um reine politische Minderheiten handelt, nicht jedoch um gesellschaftliche. Es gibt noch immer Khmer und Cham in Vietnam, diese stellen im Übrigen die meisten Moslems des Landes. Auch Dao und verschiedene andere Bergvölker leben heute noch in Vietnam - auf die Art und Weise wie sie es immer taten.

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