Was ich in letzter Zeit so treibe

Dass ich meine Einträge in den letzten Wochen so unregelmäßig veröffentliche, hängt damit zusammen, dass ich zur Zeit viel rumreise. Ich schreibe viele Einträge, bzw. habe auch einige Einträge schon vor längerer Zeit geschrieben, habe aber unterwegs kein Internet, so dass ich dann, wenn ich wieder kurz zu Hause bin, gleich mehrere Einträge auf ein Mal poste.

Wo treibe ich mich also zur Zeit so rum?

Direkt nach Beginn der Sommerferien hat mich meine Tante mit auf einen Strandurlaub ins Mittelvietnamesische Da Nang genommen. Ich wusste vorher nicht, was mich erwartet (denn Pläne werden in Vietnam meist einfach nicht kommuniziert), und war dann ziemlich geschockt, wie es kam. Ich meine, ich lebe das ganze Jahr hier unter Menschen, die sich hart durchs Leben kämfen und kaum genug haben (in den letzten Wochen war das Geld im second home knapp, so dass die Kinder nur noch Gemüse gegessen haben, weil man sich kein Fleisch leisten konnte), und erlebe generell, wie viel Armut noch in Vietnam herrscht; und dann nimmt meine Tante ihre ganze Verwandtschaft mit auf einen Urlaub in ein 5 Sterne Resort! Hallo?!

Bild 1

Vorher hatten mir meine Freunde noch erzählt, dass das Gute an Da Nang sei, dass das Essen dort so billig ist. Davon habe ich leider nichts mitbekommen, weil wir nur im Hotel oder in Luxusrestaurants essen waren.
Außerdem habe ich gemerkt, wie sehr sich meine (euroäischen) Vorstellungen von Urlaub mit den Vietnamesischen Unterscheiden. Nachdem mit meine Tante jeden Morgen um 7Uhr geweckt hat und ich mich zart beschwert habe, dass doch das Wichtigste am Urlauben das Ausschlafen sei, meinte sie: “Oh aber du hast doch ausgeschlafen! Ich bin schon um 5 aufgestanden und war am Strand!”
“Warum denn so früh?”
“Naja später scheint ja die Sonne.”
Für Vietnamesen ist es wichtig, im Urlaub NICHT braun zu werden, morgens und abends im Wasser zu plantschen (schwimmen kann der überwiegende Teil der Vietnamesen nicht) und zwischendurch teures essen zu essen und zu schlafen.
Für mich war es im Urlaub wichtig, schwimmen zu gehen, einen Strandspaziergang zu machen, mich zu sonnen, und ein gutes Buch zu lesen. Ich hab das auch alles irgendwie hinbekommen, allerdings mit der Folge, dass alle dachten, dass mir der Urlaub keinen Spaß macht: “Warum läufst du denn alleine am Strand lang? Bist du traurig?”

Direkt nach dem Urlaub habe ich eine Woche lang in einem Kinderferienlager als Freiwillige gearbeitet. Es war ein “internationales Camp”, das heißt, wir haben viele Aktionen zu anderne Ländern und Feiertagen gemacht. Ich habe au dem Lager einen Workshop über den Klimawandel geleitet, mein Herzensthema.

Während des Camps war ich vor allem darüber erstaunt, dass obwohl die Kinder alle aus reicheren Familien kommen (sonst hätten sie nicht auf das Camp kommen können), sie trotzdem alle brav erzogen und nicht verzogen waren. Alle Kinder haben währrend des Lagers selbstständig ihre Wäsche per Hand gewaschen, die großen Mädchen haben sich um die kleinen Jungs gekümmert, und wenn wir Freiwillige etwas gesagt haben, wurde dem Folge geleistet. Es waren Engelskinder, im Vergleich zu dem Ferienlager, was ich vor drei Jahren mal in Deutschland mitgemacht habe.

Am Dienstag geht es auch schon wieder weiter mit einer Reise nach Taiwan. Ich begleite Julia, die wegen ihrem Visum kurz das Land verlassen muss. Sie kennt in Taipei jemanden aus der Grünen Jugend, und ich hab selbst noch eine Taiwanesische Freundin, die damals mit mir in den USA Austauschschülerin war.

Nach Taiwan stehen noch ein paar kleinere Besuche bei einigen meiner Schüler in ihren Heimatdörfern an, und dann kommt Ende des Monats auch schon mein Papa mit meinen Geschwistern nach Vietnam :D

Ich werde in nächster zeit also einige Einträge ohne Akutalitätsbezug posten, ein bisschen etwas hier und da über Kultur und sonstige Beobachtungen.

Viele Grüße

Lauras Blog

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