Erster Tag Vietnam: Ha Noi

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Nach einem Monat in  Singapore, Bali und Malaysia lande ich um 20:00 Uhr in Ha Noi. Mein Freund Roberto aus Venezuela holt mich am Flughafen ab. Wir wollen zwei Wochen gemeinsam durch Vietnam reisen. An diesem Abend sind wir sehr müde, sodass wir unser Hotel in der Altstadt nicht mehr verlassen.
Am nächsten Morgen geht es endlich los. Wir checken aus, da wir eine günstigere Unterkunft finden wollen. Unser Gepäck lassen wir im Hotel.
Roberto teilte mir schon gestern mit, dass er in Ha Noi nicht lange bleiben möchte. Er sagt, „diese Stadt ist einfach nur verrückt“. Der Verkehr, die vielen Menschen alles viel zu viel. Nach einem 5 Minuten Marsch habe ich dasselbe Gefühl. Der Verkehr ist der Wahnsinn. Ich bin zwar aus Malaysia schon einiges gewöhnt, aber ich habe noch nie so viele Motorräder auf einmal gesehen. Die Strasse zu überqueren ist das reinste Abenteuer. Auf der anderen Seite ist es sehr faszinierend die ganzen kleinen Essensstände und Geschäfte zu sehen. Überall transportieren Frauen Essen oder andere Dinge mit einem quang gánh (einem Holzstab an dem an beiden Seiten Koerbe oder einfach nur Plastiksaecke befestigt sind). Wir haben Hunger. An drei verschiedenen Straßenständen probieren wir alles Mögliche. Vietnamesisches Essen ist einfach köstlich. Bereits hier fällt uns auf, dass kaum jemand Englisch spricht. Aber Handzeichen reichen zu Verständigung vollkommen aus.
Wir schlendern weiter und landen am Dong-Xuan Markt. Mir fällt auf, dass die Menschen sehr ruhig und distanziert sind, da hab ich schon aufdringlichere Händler erlebt. Gerade als ich Roberto meine Beobachtung über die friedlichen und zurückhaltenden Vietnamesen mitteile, geraten wir in eine Schlägerei zwischen zwei Frauen. Wir können beide nur lachen… ja, ja sehr friedliche Menschen.
Wir gehen weiter. Schnell merke ich, dass Ha Noi auch für mich zu stressig ist. Der Smog, der Verkehr, die vielen Menschen, der Lärm. Wir beschließen, dass wir noch heute Nacht einen Zug nach Lao Cai nehmen, um nach Sapa zu gelangen.
Ein Spaziergang am Hoan Kiem See und die Besichtigung des Ngoc Son Tempel entspannt uns ein bisschen.
Wir machen uns auf zum Busbahnhof. Alle Menschen drängeln sich am Fahrkartenschalter vor. Also sind wir auch einfach dreist. Man versucht uns die Tickets für 800.000 Dong anzudrehen. Gott sei dank, dass wir von anderen Reisenden wissen das die Fahrt nur 600.000 Dong kostet.
Wir machen noch einen kurzen Abstecher zum nahe gelegenen Literaturtempel. (sehr beeindruckend) Hier bietet es sich an eine Tour zu machen um ein bisschen mehr über die verschiedenen Gebäude und Skulpturen zu erfahren. Leider haben wir hierfür keine Zeit.
Wir wollen mit einem xich lo (Rikscha) zurück zum Hotel. Aber der Fahrer verlangt zu viel. Ein Mann bietet uns eine Fahrt mit einem Motorbike für wenig Geld an. Da wir sparen müssen, fahren wir sogar zu Dritt auf einem. Bei dem Verkehrschaos in Ha Noi ist das dann doch etwas beängstigend, aber der  Fahrer weis zum Glück was er tut.

Wir holen nur schnell die Rucksäcke und machen uns sofort auf in Richtung Bahnhof. An einem Straßenstand essen wir noch phở (typische vietnamesische Glasnudelsuppe) und gönnen und ein Ha Noi bia (Bier) bzw. cà phê sữa (Kaffee mit gesüßter Kondensmilch, der vietnamesische Kaffee ist mega stark).

Wir wollen noch Wasser kaufen und hier wird uns wohl die für diese Reise durch Vietnam wichtigste Regel bewusst: Man muss überall für Alles handeln. Nirgendwo stehen Preise und selbst um eine Flasche Wasser muss man handeln, wenn man nicht das Doppelte bezahlen möchte. Aber nach einigen Tagen kennt man die Preise und das Handeln wird zur Gewohnheit.

Gestärkt und mit Wasser versorgt steigen wir in den Zug. Wir haben die höchste Preisklasse (softsleeper), die ich auch jedem empfehlen würde, der ein bisschen schlafen will (hartsleeper sind zwar auch liegen aber ohne Matratzen, also eine Holzbank). In einem Abteil schlafen vier Leute in Doppelstockbetten. Wir sind ziemlich aufgedreht und „unterhalten“ uns mit einem älteren Vietnamesen, der sich von unserer guten Laune anstecken lässt. Es sei erwähnt, dass sich unser Wortschatz auf xin chào (hallo), cám ơn (Danke) und tốt (gut) beschränkt. Aber der ältere Herr findet den Zug eben auch so tốt wie wir :) .  Pünktlich um 20:30 setzt sich der Zug in Bewegung und wir holpern los in Richtung Lao Cai

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